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Traumhafte Arber Wanderung – über Rißloch und Mittagsplatzl zum König des Bayerischen Waldes

1456 Meter - der König des Bayerischen Waldes! Der Arber ist der Berg mit dem höchsten Gipfel im …

1456 Meter – der König des Bayerischen Waldes! Der Arber ist der Berg mit dem höchsten Gipfel im  Bayerischen Wald. Und auch das restliche Arbergebiet braucht sich nicht verstecken – es ist ein wahres Wandereldorado! Bei einer Arber Wanderung erwarten dich so einige Highlights auf dem Weg zum Gipfelstürmen. Es gibt wirklich allerhand zu erleben! Der Arber ist für mich das Herzstück der Region und ich bekomme jedes Mal Herzschmerzen, wenn junge, fitte Menschen den Berg nicht mal one-way erwandern, sondern bequem gondeln.

Die Bergbahn sollst du keineswegs meiden, ganz im Gegenteil, sie ist eine wunderbare Ergänzung und im Winter dein Fahrstuhl für die Skipiste. Ich würde mich einfach freuen, wenn du zumindest einmal während deines Urlaubs einen Teil des Gebiets per Fußmarsch erkundest. Nur so wirst du die ganze Bandbreite der Naturschönheiten entdecken und ein echtes Glücksgefühl auf dem Gipfel spüren!

Neben dem Arber stehen dir noch Sage und Schreibe 17 weitere Berge mit mindestens 1000 Metern Höhe als Ziel im Arberland zur Verfügung. Für geübte Wanderer eignet sich z. B. die 8000 er Tour, bei der du acht Berge mit mehr als 1000 Metern an einem Tag erklimmst. Aber auch für Anfänger gibt es entspannte Routen, wie z. B. den Silberberg, der übrigens ebenfalls mit einer Bergbahn erreichbar ist.

Die perfekte Arber Wanderung führt meiner Ansicht nach über Rißloch, den größten Wasserfällen im Bayerischen Wald, Mittagsplatzl wegen der bombastischen Aussicht und zurück über den kleinen Arber.  Mein letzter Besuch war Pfingsten und bei kühlen Frühlingstemperaturen hielt sich der normalerweise schweißtreibende Aufstieg in Grenzen. Ich sag es lieber gleich, wenn du Schönwetter-Bilder sehen möchtest, kannst du an dieser Stelle aufhören zu lesen. Es war rainy, windy und foggy!

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Rißloch / Wasserfallmania

Beim Parkplatz Rißloch beginnt die Tour und gleich nach dem Einstieg plätschert zu unserer linken Seite der Riesbach. Er entsteht durch den Zusammenfluss des Kleinhüttenbach, Schwellbach, Wildauerbach und Arberbach. Das Gebiet steht seit dem Jahr 1939 unter Naturschutz. Bekannt ist es für die größten Wasserfälle im Bayerischen Wald – die Rißlochwasserfälle.

Wir laufen ungefähr zwei Kilometer durch den Wald, bis wir sie erreichen. Es ist ein ziemlich beliebter Fotospot – Uhrzeit und Wetter spielen dabei kaum eine Rolle. Das Gute daran ist, mir sind die Menschen um mich herum plötzlich egal und das schlechte Wetter auch.  Der Wasserfall lenkt seine ganze Aufmerksamkeit auf mich. Über fünf beeindruckende Kaskaden schießt das Wasser rauschend in die Tiefe und sammelt sich im Becken neben der Brücke bis es weiter ins Tal fließt.
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Schachten und Mittagsplatzl

Anschließend führt der Weg ein kurzes Stück durch einen verwunschenen Wald, bis wir eine zweite Holzbrücke überqueren und geradeaus Richtung Schachten laufen. Das Facettenreichtum der Wanderung lässt nicht nach. Die Natur wechselt immer wieder sein Gesicht mit dichtem Wald, Gräsern, Forstwegen und verwurzelten Waldwegen. Nur eines ändert sich nicht, es wird stetig steiler.

Kurz vorm Mittagsplatzl wird die Vegetation immer grüner. Wir befinden uns in den Schachten. Sie sind vergleichbar mit den Almen im Allgäu, nur ohne Kühe. Schachten liegen in der Regel über 1000 Meter Höhe und früher wurden sie im Zuge des Weide- und Streurecht auch zur Waldweide benutzt.

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Aussichtsreich wird es am Mittagsplatzl. Ein bezauberndes Fleckchen Erde mit einem atemberaubenden Blick auf den wunderschönen Großen Arbersee.

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Wir erreichen den Platz genau zur Mittagszeit, zwar ungeplant aber insofern ist der Name diesmal Programm. Zeit für eine Pause mit Aussicht vom Feinsten. Trotz Wind und Regen lass ich mir die Brotzeit schmecken und genieße den einmaligen Anblick. Landschaft in wunderschönen, verschiedensten Grüntönen – soweit das Auge reicht. Und im Zentrum der Arbersee. Besser geht’s nicht. 

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Eingenebelt am Großen Arber 

Das Mittagsplatzl liegt sozusagen in einer „Einbahnstraße“, wir laufen den steilen, steinigen Abstieg bis zur Kreuzung Richtung Arber zurück und marschieren die letzten Wandermeter erneut steil bergauf.

Das Wetter wird zunehmend rauer und der Nebel immer dichter, bis er uns vollständig einhüllt. Immer wieder schaue ich den Schwaden zu, wie sie die Landschaft von Grün in Grau tauchen. Ich könnte dieses Schauspiel stundenlang beobachten. Bergnebel – einfach herrlich! Kurz vor dem Hauptgipfel klettere ich noch auf den Bodenmaiser Riegel. Seine Form erinnert an den Kopf von Richard Wagner, deswegen wird er auch oft als Richard Wagner Felsen bezeichnet.

Grandiose Ausblicke bleiben uns heute erspart – sowohl auf dem Bodenmaiser Riegel, als auch auf dem Hauptgipfel. Selbst mit Höhenangst hätte man schwindelfrei auf dem Gipfel verweilen können.

Auf 1456 Metern Höhe sehe ich kaum meine Handflächen vor dem Gesicht. Nur das Gipfelkreuz aus Holz ragt unverkennbar zwischen dem Nebeldunst hervor. Ich mag diese geheimnisvolle Stimmung – es hat einfach einen ganz eigenen Reiz und ich finde es passt wunderbar zum sagenumwobenen Bayerischen Wald.

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Kleiner Arber am Rand von Niederbayern

Theoretisch könnten wir nun auch den Rückweg antreten, aber wir entschieden uns noch für einen Besuch beim Kleinen Arber. Ab Chamer Hütte führt ein recht wilder Pfad hoch zum nächsten Gipfel. Ein bisschen Trittsicherheit ist gefordert, durch die Nässe sind die Wurzeln glatt wie eine Eisbahn. Der Kleine Arber liegt, ebenso wie der Große, an der Grenze zwischen  Oberpfalz und Niederbayern.

Streng genommen befindet er sich auf der Oberpfälzer Seite und ist dort der höchste Berg. Er ist im übrigen nur 72 Meter niedriger, als der bekannte Große. Zwischen den Nebelglocken entdecke ich einen überdimensionalen Wanderstein mit der Lackierung „Da Woid is mei Hoamat“. Wahre Worte für mich, obwohl der Stein einen langen Weg hinter sich haben kann. Der „Woid“ ist riesig. 

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Beim  Abstieg werden wir so richtig durchgeregnet. Völlig egal, ich bin draussen – dort wo es am schönsten ist. Und ohne Regen wäre es nicht so wunderbar grün. Größtenteils durchziehen den Weg monströse, glatte Steine und ab und zu stapfe ich in den Matsch dazwischen. Die Wälder links und rechts sehen im Gegensatz dazu seltsam verträumt aus. Und kurz vorm Endziel entdecken wir im Rißlochgebiet weitere Wasserfälle. Paradiesisch schön!  Nach sieben Stunden Fußmarsch sitzen wir wieder im Auto – müde aber happy. Wanderflow!

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Infos für deine Arber Wanderung:

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Parkplatz: Rißlochfälle

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Länge der Wanderung: 18 km

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Schwierigkeit: mittel bis schwer

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Einkehrmöglichkeit: Eisensteiner Hütt'n / Arberschutzhaus/ Chamer Hütte

2 Kommentare

  1. Gerhard

    Hi, war gestern das erste mal auf’n Mittagsplatz’l war wunderschön. Doch dann kamen die Gewitter und wir mußten leider abbrechen. Aber das schönste für mich war das Wollgras auf den Schachten du schreibst super

    Antworten
    • Christiane

      Hallo Gerhard,
      vielen lieben Dank für das nette Feedback:-) Die Schachten finde ich auch super schön, vor allem weil man nicht erwartet, dass es plötzlich so grün wird.

      Antworten

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