Winterwanderung zum Lusen mit Panoramablick

Für eine kleine Berg-Tour in den kalten Monaten des Jahres, bietet sich eine Winterwanderung zum Lusen an. Am…

Für eine kleine Berg-Tour in den kalten Monaten des Jahres, bietet sich eine Winterwanderung zum Lusen an. Am Gipfel mit 1373 Metern über NN wirst du mit einem Traumblick über den Bayerischen Wald und den Böhmerwald Šumava belohnt. Der Berg gehört zu den schönsten Geotopen Bayerns, das Highlight am höchsten Punkt ist sein charakteristische Blockmeer mit den unzähligen Granitsteinen. Die Wanderung mit moderatem Anstieg ist für Jung und Alt gleichermaßen geeignet. Während die Mehrheit der Leute im Winter die Skier bevorzugt, ist es für mich ein absolutes Rätsel, warum in der kalten Jahreszeit kaum jemand wandert. Winterwanderungen sind besonders reizvoll, vor allem frisch verschneit sieht die Landschaft einfach umwerfend und viel einladender aus. Schneegestöber und tiefster Winter gehören selbst in den Hochlagen der Vergangenheit an. Umso mehr freue ich mich, wenn ich ab und zu die Gelegenheit bekomme und durch den knirschenden Schnee stapfen darf.

Der Lusen eignet sich hervorragend für einen kleinen Streifzug durch den Bayerischen Wald. Für die Wanderung selbst musst du nur etwa drei Stunden einplanen. Genug also, um frische Luft zu tanken und den Körper in Schwung zu bringen und den Rest des Tages zu Faulenzen.

Für eine Winterwanderung zum Lusen gibt es grundsätzlich zwei Optionen wie du an den Gipfel gelangst. Welchen Weg du wählst, wird von der Schnee, Eislage und Kondition abhängen.

Winterwanderung zum Lusen über den Winterwanderweg

Die bequeme Variante führt dich über den Winterwanderweg. Ich empfehle von November bis März grundsätzlich diese Strecke, denn der Sommerweg kann in den genannten Monaten sehr vereist sein.

Bei Anreise mit dem Auto fährst du bis Waldhäuser und parkst am Wanderparkplatz “Waldhäuser Ausblick”. Auf der schneebedeckten Teerstraße mit dem Namen “Böhmstraße” läufst du ungefähr zwanzig Minuten, bis du die Beschilderung für den eigentlichen Aufstieg erreichst. Links führt es über den Sommerweg hinauf, rechts befindet sich der Winterwanderweg, er ist mit einem “Luchs” gut ausgeschildert.

Der Winterwanderweg ist breit, gepflegt und weniger steil. Verlaufen kannst du sich also nicht. Bei Neuschnee und Sonne ein absoluter Traum. Der Wald strahlt in seinem weiß gezuckerten Kleid und bildet einen wunderschönen Kontrast zum knallblauen Himmel. Einfach herrlich!

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Nach etwa fünfundvierzig Minuten erreichst du das Lusenschutzhaus. In der Regel kannst du Freitags bis Sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr einkehren. Wenige Meter nach dem Lusenschutzhaus bist du bereits am Gipfel. Oben thront das Holzkreuz, welches manchmal einen langen, weißen Schnee-Bart trägt.
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Wie bei fast jeden Berg im Bayerischen Wald,  hatte der Sage zufolge der Teufel seine Finger mit im Spiel. Und ohne ihn würden die Steine dort nicht liegen. Ich weiß auch nicht wirklich, woher diese Teufelsgeschichten alle stammen. Wahrscheinlich liegt es an der sauberen und frischen Luft, sodass wir “Woidaner” dann ein bissl zu viel fantasieren. Die Vielzahl an Granitsteinen wird dich aber aller Wahrscheinlichkeit nach sehr begeistern, vor allem wenn du so etwas noch nie gesehen hast.

Zurück nutzt du im Winter wieder denselben Weg. Wenn  dir das zu langweilig ist, pack einfach einen Schlitten für deine Wanderung ein und rodel die Strecke bergab.

Winterwanderung zum Lusen über den Sommerweg

Den Sommerweg im Winter zu benutzen würde ich dir nur raten, wenn sehr wenig Schnee liegt, es nicht vereist ist und du wirklich gutes Schuhwerk bei dir trägst. Der Aufstieg führt dich über die sogenannte Himmelsleiter. Und der Name ist Programm, denn du bewegst dich tatsächlich fast senkrecht und schnurgerade Richtung Himmel. Im Winter kann das gefährlich werden deswegen, mach es bitte nur wenn du genügend Grip unter Füßen hast.

Beim Sommerweg solltest du übrigens nicht nur nach vorne schauen. Je höher du aufgestiegen bist, desto gigantischer wird der Weitblick – und zwar rückwärts. Nach etwa vierzig Minuten erreichst du das legendäre Granit-Blockmeer. Ich bin jedes mal wieder beeindruckt von der unglaublichen Landschaft. Es sieht tatsächlich so aus, als hätte der Teufel die Steine per Hand dort abgelegt. Granit ist prinzipiell nichts anderes als erkaltetes Magma. Die Granitblöcke bestehen  aus Feldspat, Quarz und Glimmer. Jahrelang bleiben die Granitblöcke erhalten, bis sie durch den Einfluss der Witterung in Blockmeere zerfallen.

Das Hauptmerkmal des Lusen ist gleichzeitig auch der zweite Grund, weshalb du im Winter bei guter Schneelage den Weg meiden solltest. Die Spalten zwischen den einzelnen Granitsteinen sind verschneit. Es besteht also die Gefahr, dass du mit dem Fuß umknickst, stolperst oder zwischen den Granitsteinen hängen bleibst.

Bei klarem Wetter kannst du den wundervollen Weitblick vom Gipfel zum Rachel und Nationalpark Bayerischer Wald genießen. Oder leg einfach noch eine Pause im Lusenschutzhaus ein, bevor du den entspannten Rückweg über den Winterwanderweg nimmst.

Infos für deine Winterwanderung zum Lusen:

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Anfahrt Passau: über B85 und B533 bis Grafenau, anschließend Richtung Neuschönau und Waldhäuser

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Dauer der Wanderung: ca. 3 Stunden

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Länge der Wanderung: ca. 5 Kilometer

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Schwierigkeit: leicht (bis auf die Himmelsleiter) für Familien geeignet

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Einkehrmöglichkeit: Lusenschutzhaus

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