Perlbachtal Neukirchen:
Flusswanderung zu Teufelsfelsen & Burg Mitterfels

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Ein glasklarer Fluss, frische Quellen, verträumte Ufersäume und beeindruckende Schluchtwälder! In der Urlaubsregion Sankt Englmar im Bayerischen Wald befindet sich eine wunderschöne Rundwanderung im Perlbachtal Neukirchen. In Mitterfels erahne ich noch nicht, welches landschaftliche Kontrastprogramm mich abseits der Hauptstraße erwartet. Es sind nur wenige Schritte vom Parkplatz des Panoramabads, bis sich der beschauliche Ort in ein Naturparadies verwandelt.

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Ich bin Ende März unterwegs und die Natur ist noch nicht erblüht. Die Umgebung wirkt auf den ersten Blick recht kahl und etwas farblos. Aber das Sonnenlicht taucht die Bäume in eine freundliche goldene Kulisse. In den nächsten Wochen wird sich das Perlbachtal von Tag zu Tag immer mehr in eine traumhaft grüne Oase verwandeln.

Nach den Sportplätzen biegt der Wanderweg rechts in das Waldgebiet ein. An der Kreuzung am Bach halte ich mich links bergab Richtung Jugendzeltplatz. An der großzügigen Lichtung erblicke ich eine urige Holzbrücke. Es ist vermutlich die verwitterte Patina, die ihren Charme ausmacht. Sie führt mich über den schon fast romantisch plätschernden Perlbach.

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Der Perlbach heißt eigentlich gar nicht Perlbach, sondern Menach. Die Bezeichnung stammt von der mittlerweile seltenen und vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel. Sie ist nur noch in wenigen Süßwasserregionen beheimatet. Unter anderem lebt sie in der Ilz im Bayerischen Wald. Der Fluss schlängelt sich die weitere Wanderstrecke hinab bis nach Talmühle. Ich erkenne den Weiler an dem denkmalgeschützten Haus.

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Fast schier endlos wirkt der Perlbach mit seinem kurvigen Verlauf durch das artenreiche Naturareal. Gesteinsbrocken zieren das Flussbett und stauen das Wasser immer wieder zu kleineren Kaskaden auf. Ich bin über das fließende Schmuckstück im Bayerischen Wald mehr als nur ein bisschen positiv überrascht.

Flüsse üben generell eine faszinierende Anziehungskraft auf mich aus. Das Verweilen an den Ufern und dutzende Fotostopps verlängern bei mir jede Flusswanderung um bis zu zwei, manchmal sogar drei Stunden.

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Auf dem Weg werde ich von Schautafeln begleitet. Stehenbleiben und Lesen lohnt sich. Ich erfahre jede Menge Informationen zu den Tieren und Pflanzen im Perlbachtal Neukirchen. Der Naturpark im Oberen Bayerischen Wald ist Lebensraum für einige seltene Tierarten, wie z. B. dem Mühlkoppenfisch. Er lebt vorwiegend auf steinigem Grund und hat besonders hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Die Verbauung und Verschmutzung von Gewässern lassen sein Vorkommen leider rückläufig werden.

Kurz nach Talmühle werfe ich meinen Blick rechts nach oben. Einige Meter oberhalb der Route ruht er – der gewaltige Teufelsfelsen. Dennoch leicht zu übersehen, achtet man nur auf die eigenen Füße und den Weg davor. Er zählt als geschütztes Geotop. Klettern ist für Sportbegeisterte auf dem rauen Granitfelsen trotzdem erlaubt. Über einen kleinen Trampelpfad erreiche ich ihn auch ohne sportliche Ambitionen.

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Perlbachtal Neukirchen: Von der Waldidylle zur Burg Mitterfels

Die folgende Etappe leitet mich zwischen hohen Wäldern bergauf Richtung Scheibelsgrub. Der Wald endet – ich drücke es so aus, wie es tatsächlich ist – bei einem Misthaufen. Das erste Anzeichen der Zivilisation meiner Wanderung, ist übrigens absolut nicht abwertend gemeint. Meine verstorbenen Großeltern wuchsen auf einem Bauernhof auf. Es ist lange her. Ich weiß, dass sie durch die Landwirtschaft tagtäglich hart arbeiten mussten. Umso mehr war ich von ihrer unermüdlichen Herzlichkeit auf dem Hof beeindruckt, wenn ich zu Besuch war.

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Über den Birkenweg und dem historischen Ortskern, passiere ich die Burg Mitterfels. Sie war die „mittlere Burg“ der Ortschaften Falkenfels und Bogen. Der ausgewählte Platz der Bebauung um 1194, bot besonders viel Schutz vor Angreifern. Heute beheimatet die Burganlage das Museum der geschichtsträchtigen Burg Mitterfels. Das Areal wird außerdem für Theater und Konzerte genutzt. Genau unterhalb der Festung liegt der Teufelsfelsen. Er ist allerdings durch den dichten Wald etwas schwierig zu erspähen.

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Wegen der Pandemie kann ich heute das Burg-Gelände nur von außen besichtigen. Ich laufe zurück bis zur Pfarrkirche und nehme den steilen Wanderweg rechts bergab. Nur wenige Meter weiter biegt die Wandermarkierung sofort wieder links ein.

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Nun führt mich die Route bergauf durch das Perlbachtal Neukirchen. Eine prächtige Kulisse eröffnet sich. Der Pfad ist schmal und ich bin scharenweise umringt von den hohen Bäumen. Die Natur ist hier eindeutig der Chef, ich bin nur geduldet. Eher herbstlich statt frühlingshaft wirkt der Wald wegen der blattlosen Bäume auf mich. Der Schönheit tut es dennoch keinen Abbruch. Ich laufe durch das Laub des letzten Herbsts. Die sanfte Wärme der März-Sonne, das Rascheln der Blätter und das Gezwitscher der Vögel machen den Moment perfekt.

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Das finale Stück beginnt an der Kreuzung der Asphaltstraße. Ich biege erst recht ein, bevor die Markierung mich anschließend wieder durch das Waldstück zum Startpunkt führt.

So gerne ich auch ferne Reiseziele ansteuere, meine Heimat erfüllt mich nach einem Tag in der Natur mit einer unbeschreiblichen Zufriedenheit. Meist liegt der Zauber im Unerwarteten. Heute war es eindeutig die Schönheit des Perlbachs – auch ohne grüne Blätter der Bäume.

Wanderung Neukirchen Perlbachtal

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Startpunkt: Mitterfels bei Neukirchen (Landkreis Straubing-Bogen), Parkplatz Panoramabad

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Länge: ca. 7 Kilometer

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Dauer: ca. 2,5 Stunden (ohne Pausen)

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Markierung: Rundweg Nr. 3

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Anspruch: leicht

2 Kommentare

  1. HELGA

    Da will ma sofort hin. Danke für den super Artikel?

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    • Christiane

      Kann es wirklich wärmstens empfehlen. Danke schön für deinen Kommentar!

      Antworten

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