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Winterliche Wanderung über die mystische Reschbachklause zum Siebensteinkopf

Wenn ich an meine Kindheit im Bayerischen Wald zurückdenke, assoziiere ich sie als erstes mit Winterwonderland.
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Winterliche Wanderung über die mystische Reschbachklause zum Siebensteinkopf

Wenn ich an meine Kindheit im Bayerischen Wald zurückdenke, assoziiere ich sie als erstes mit Winterwonderland.

Rundwanderung in Finsterau / Mauther Forst

Wenn ich an meine Kindheit im Bayerischen Wald zurückdenke, assoziiere ich sie als erstes mit Winterwonderland. Die gigantischen Schneemengen der 80er Jahre sind längst Vergangenheit und der weiße Winterzauber ist eher ein seltener Anblick geworden. Es gibt aber Orte im Bayerischen Wald, die zumindest die meisten Monate der dunklen Jahreshälfte mit weiß gepuderter Landschaft punkten. Finsterau zum Beispiel. Hier befindet sich das traumhafte Wandergebiet zur Reschbachklause und dem Siebensteinkopf.

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Das Dorf Finsterau liegt auf 1000 m Höhe in der Gemeinde Mauth, nur einen Steinwurf von Tschechien entfernt. Neben Skilanglauf oder Schneeschuhwandern ist die naturbelassene Gegend ein Wanderparadies – und das nicht nur im Sommer. Die Wanderung über die Reschbachklause zum Siebensteinkopf ist eine kurze, abwechslungsreiche Tour mit teils fabelhaften Aussichten.

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Ein unberührter Pfad, ein mystischer Stausee und ein Gipfel mit Weitblick! Beste Voraussetzungen also, um an kalten Wintertagen das Immunsystem an der frischen Luft zu stärken.

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Die Wanderung führt durch den Nationalpark Bayerischer Wald. Ich war letztes Novemberwochenende dort und parke beim Wanderparkplatz Wistlberg. Markiert ist der Rundweg mit dem Sperlingskauz. Beim Parkplatz beginnt direkt mein Naturabenteuer zur Reschbachklause und dem Siebensteinkopf. Nur wenige Schritte von meinem Auto entfernt, befinde ich mich sofort mitten im Wald. Heute leicht weiß getüncht!

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Es hat ein bisschen geschneit und die Äste der Fichten strahlen mich mit ihrer hellen Farbe an. Der Weg ist alles andere als anstrengend, eher ein Spaziergang. Umso besser, so kann ich die wilde Natur ohne Schnappatmung bestaunen. Zu meiner linken Seite plätschert der Reschbach und der Wald zeigt mir sein charakteristisches Nationalpark-Gesicht. Das Naturgeschehen wird sich selbst überlassen, der Mensch greift hier nicht ein. Ich mag diesen „unordentlichen“ und zugleich faszinierenden Look meiner Heimat.

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Über die Brücke führt der Weg rechts weiter Richtung Reschbachklause, die ich nach insgesamt 25 Minuten Gehzeit erreiche. Da liegt sie! Friedlich und geheimnisvoll mit ihrer gefrorenen Wasseroberfläche. Die Fichten und das Totholz um sie herum, wirken auf mich wie ihre Beschützer. Die Klause ist eine der Größten im Bayerischen Wald. Holz wird seit 1950 nicht mehr getriftert, um die Pflege und Aufrechterhaltung kümmert sich der Nationalpark Bayerischer Wald.

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Links an den Holzbänken vorbei, führt mich die Route nun hoch zum Berg Siebensteinkopf. Die Schneedecke wird kompakter und die Sonne blitzt zwischen den Bäumen hervor. Ich genieße die reine, klare Winterluft, während der Anstieg etwas steiler wird. Ab und zu bleibe ich stehen und lasse den Blick über den stillen Wald schweifen. Es sind kaum Menschen unterwegs und ich bin nicht unglücklich darüber.

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Reschbachklause / Siebensteinkopf: Wandern im Grenzgebiet

Nach knapp einem Kilometer erreiche ich das Grenzschild Deutschland-Tschechien. Ich werde ein bisschen nachdenklich. Die Grenzöffnungen waren für Europa ein großartiger Schritt. Nur dunkel und schemenhaft kann ich mich noch an die Passkontrollen erinnern, als ich im Kindesalter im Auto meiner Eltern saß. Seit mehr als einem halben Jahr ist das Ein- und Ausreisen wegen der Corona-Pandemie nur noch mit Beschränkungen möglich. Die Selbstverständlichkeit der Freiheit wurde durch ein Virus eingedämmt. Happyend? Ich hoffe es, der Zeitpunkt ist ungewiss…

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Die letzte Etappe zum Siebensteinkopf leitet mich rechts hoch und nach ungefähr einem halben Kilometer erreiche ich den 1263 m hohen Gipfel. Hier treffe ich auf ein paar andere Wanderer, die ebenfalls wie ich, eine kleine Rast beim Holzkreuz einlegen. Der Name Siebensteinkopf rührt im Übrigen daher, weil sich unter dem Gipfel sieben Felsen befinden. Ich lasse mich auf einem der vielen anderen kleineren Felsvorsprünge nieder und packe mein Mittagessen aus. Proviant in der freien Natur ist einfach immer wieder etwas Feines.

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Nach meiner Pause, packe ich Hab und Gut und mache mich auf den Rückweg mit teils sensationellen Ausblicken. Die Schönheit des Bayerischen Waldes breitet sich in aller Pracht vor mir aus und die Fernsicht reicht heute bis zu den Alpen. Teilweise muss ich aufpassen, um nicht auf die Nase zu fallen. Im Schatten haben sich kleine Eisschollen auf dem Felspfad gebildet, die auf dem steilen Abhang zur Schlitterpartie werden.

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Ab und an präsentiert sich am Wegrand auch erneut die ungestüme Ästhetik der Natur. Massige Felsbrocken und knorrige, umgestürzte Baumstümpfe ragen mir entgegen, bis der Abstieg in einen gemauerten Steig mündet. Nach ungefähr weiteren 15 Minuten gemütlichem Waldmarsch, erreiche ich die Teerstraße und sitze nur wenige Augenblicke im Auto. Zurück nach Passau – dort gibt’s an diesem Wochenende keinen Schnee.

Infos zur Wanderung Reschbachklause/ Siebensteinkopf:

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Startpunkt: Parkplatz Wistlberg - Finsterau

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Anspruch: mittel

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Länge: 4,5 km

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Die Route ist über die Teufelsbachklause und das Finsterauer Filz verlängerbar.

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Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet auch geführte Touren an.

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