Wanderung im Felswandergebiet:
Kleine Kanzel Nationalpark Bayerischer Wald

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Keine Aussicht, kein Fluss und keine Einkehr! Dafür Wald-Wildnis pur! Die wirklich sehr kurze Route im Felswandergebiet zur Kleinen Kanzel im Nationalpark Bayerischer Wald ist aufgrund holpriger Wurzel- und Felsenpfade nicht unbedingt anspruchslos und eignet sich vor allem für echte Naturliebhaber. Sie führt dich durch den ältesten Nationalpark Deutschlands bei der Ortschaft Mauth. Ein dichter Urwald mit bizarren Felsen und Totholz prägen das markante Gesicht des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Natur wird sich an diesem Ort ohne menschliches Zutun weitgehend selbst überlassen. Ideal geeignet ist die Mini-Runde, wenn du genug vom Sightseeing-Stress hast oder einfach frische Luft tanken möchtest.

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Wegen dem unwegsamen Gelände, würde ich dir empfehlen mit einem Wanderpartner in das Abenteuer Nationalpark einzutauchen. Besonders nach Wetter-Eskalationen wie Starkregen oder Gewitter kann das Gelände zu einem Hürdenlauf werden und gefährliche Stolperfallen bilden. Umgestürzte Bäume und matschige Böden sind dann leider keine Seltenheit. So erging es uns auch bei unserem letzten Besuch im Felswandergebiet. Der Sturm am Tag zuvor hinterließ seine Spuren. Der Nationalpark sieht immer ein bisschen anders aus, nach Wetterkapriolen noch mehr. Und genau das macht den Reiz der Wanderung aus. Du weißt nie zu 100 % was dich am Ende tatsächlich erwartet…

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Wandern im Urwald – Felswandergebiet Kleine Kanzel Nationalpark Bayerischer Wald

Beim Parkplatz des Felswandergebiets beginnt die kleine Runde mit der Markierung Haselhuhn. Du kannst selbst wählen, in welche Richtung du den Wanderweg bestreiten möchtest. Wenn du dich für den Rundweg in linker Richtung entscheidest, wanderst du zuerst auf einem sehr schmalen Pfad. Im Sommer besonders traumhaft, denn er wird von einem sattgrünen Mischwald umrahmt. Ein paar hundert Meter weiter, biegst du auf einen breiten Schotterweg ein und läufst bis zu einer Art Wendehammer. Über Steinstufen führt der Weg anschließend wieder zurück in den Wald.

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Felsen und Totholz – die Macht der Natur

Ab diesem Punkt komme ich meist erst so richtig auf Wander-Betriebstemperatur. Vorher ist der Weg sehr leicht zu begehen und zeigt sich ohne nennenswerte Steigung. Von nun an verläuft der Trail stetig bergauf und die Etappe wird dem Namen Felswandergebiet gerecht. Immer wieder müssen wir größere Felsblöcke und Steintreppen umwandern. Die Beschilderung ist wirklich hervorragend und erleichtert das Zurechtfinden in der etwas chaotisch wirkenden Landschaft. Totholz liegt kreuz und quer übereinander und manchmal bleibt Klettern über Baumstämme unvermeidbar. Wir wandeln durch uralte Bäume hindurch und entdecken Zunderschwämme am Totholz. Hier gibt es nichts, außer der ungezähmten Natur. Perfekt für eine Alltagspause! Vor der Kleinen Kanzel führt der Weg noch einmal rechts weiter, bevor die eigentlichen „Hauptfelsen“ zu sehen sind.

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Mitten im Wald – Gipfel ohne Aussicht

Tatsächlich liegt die Kleine Kanzel (1011 m) mit ihren massiven Gesteinsbrocken höher, als die Große Kanzel (1002 m). Für das laienhafte Auge schwer zu begreifen, vor allem weil es kein Gipfelkreuz und keine Aussicht gibt. Allein die wilde Vegetation ist der Hauptdarsteller und das bringt erhebliche Vorteile mit sich. Die Strecke ist nie überlaufen, sodass die Nationalpark-Runde bei mir immer für Erholung sorgt. Wenn du das Berg-Feeling brauchst, kannst du beim Rückweg einfach der Beschilderung links zur Großen Kanzel folgen. Nimmst du den rechten Pfad, wanderst du entspannt bergab durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt. So überraschend wie die Felsen aufgetaucht sind, verschwinden sie auf den letzten Metern wieder. Die Bäume sprießen nun fast symmetrisch aus dem Boden. Ich schaue noch ein letztes Mal hoch zu den Blättern und bin dankbar für meine kurze Feierabendrunde. Kleine Auszeiten sind immer möglich – einfach raus ins üppige Grün!

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Das Felswandergebiet ist auch im Winter wunderschön. Hier findest du meine beiden anderen Blogartikel:

Felswandergebiet Kleine Kanzel im Nationalpark Bayerischer Wald

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Startpunkt: Parkplatz Felswandergebiet, Glashütte 48, 94545 Hohenau

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Markierung: Haselhuhn

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Länge: ca. 3,3 Kilometer (mit Abstecher Große Kanzel ca. 1 Kilometer länger)

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Dauer: ca. 75 Minuten

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Höhenmeter: ca. 175 hm

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Anspruch: mittel

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