Rundweg Rachel:
Bergwandern Nationalpark Bayerischer Wald

Eine entzückende Kapelle mit Blick auf einen malerischen See, ein Gipfel mit Weitblick und endlose, unberührte, wilde Natur – all das erwartet dich bei deiner Wanderung zum Großen Rachel im Bayerischen Wald. Der Berg misst 1453 Meter, es ist der zweithöchste Berg im Bayerischen Wald und der Höchste im Nationalpark Bayerischer Wald. Ich finde es für Touristen etwas verwirrend zwischen Nationalpark und Nicht-Nationalpark zu unterscheiden, da beides den Namen Bayerischer Wald trägt. Mir persönlich ist das Höhenranking ohnehin mehr oder weniger egal. Selbst wenn es der zehnthöchste oder niedrigste Berg wäre, würde ich dir den Rundweg zum Rachel wärmstens ans Herz legen. Für mich ist es eines der schönsten Ausflugsziele, die meine Heimat zu bieten hat.

Rundweg Rachel

Urwald

Im Nationalpark Bayerischer Wald findest noch echte unberührte Natur. Der Mensch greift nicht ein. Hier wird Natur Natur sein lassen gelebt.

Rachelsee

Der Bergsee mit seinem dunklen Wasser stammt aus der Eiszeit. Viele Myten und Sagen ranken sich um den stillen See.

Rachelkapelle

Die malerische Kapelle aus Holz wird dich verzaubern. Ihre epische Lage beschert dir einen Blick erster Sahne auf den Rachelsee und die umliegenden Wälder.

Totholz

Klingt schräg, aber für mich ist es definitv ein Highlight. Ich habe zumindest bisher nirgends außer im Bayerischen Wald so derartig beeindruckende Totholz-Landschaften entdeckt. Verursacht wurden sie durch den Borkenkäferbefall.

Gipfelkreuz

Ich meine den Ausblick vom Gipfelkreuz. Bei klarem Wetter einfach ein Traum. Besonders schön zum Sonnenuntergang, wenn der Himmel sich in unterschiedliche Rot-Orange-Töne färbt.

Waldschmidthaus

Es ist die höchst gelegene Berghütte im Bayerischen Wald. Geöffnet ist sie nur zur Wandersaison von Frühling bis Herbst. ACHTUNG: wird derzeit saniert – nicht geöffnet!

1. Rundweg zum Großen Rachel ab Gfäll

Los geht der Rundweg zum Rachel ab Parkplatz Gfäll, dort tauchst du sofort in eine grün-bewaldete Kulisse ein, die nach wenigen Metern bereits den typischen Bayer-Urwald-Charakter aufweist. Mit Urwald meine ich echten Urwald, der teilweise in den höheren Lagen des Bayerischen Waldes erhalten blieb. Wurzeln, Steine, Gräser und zwischen den meterhohen Buchen immer wieder Baumstümpfe. Natur Natur sein lassen ist das Credo im Nationalpark. Hin und wieder ist auch der Bachlauf, der aus dem Rachelsee entspringt, sichtbar. Nach regenreichen Tagen bilden sich wunderschöne, kleine Kaskaden über den bräunlichen Felsen.

2. Mystische Momente: Sagenumwobener Rachelsee

Dein erster Stopp der Wanderung ist der Rachelsee, ein eiszeitliches Relikt. Die Schautafel beschreibt, wie unheimlich die Menschen den See früher fanden. Geschichten um Geister verstorbener Menschen bis hin zum Eingang der Unterwelt ranken sich um das Naturwunder. Ich kann dich beruhigen, der See misst an tiefster Stelle 13,5 Meter und du musst keine Angst haben, dass er dich verschlingt. Entweder teilst du dir den See mit anderen Wanderern oder den wenigen Enten und wenn du Glück hast einem Auerhahn. Allerdings stand ich alleine auch bereits ehrfürchtig vor dem Rachelsee. Ausgelöst wurde dieses Gefühl aber in erster Linie durch die dunklen Farben des Waldes und des Wassers. Und der unglaublichen Stille, die in diesem Moment eine mystische Aura versprühten.

3. Rundweg Rachel: Malerische Rachelkapelle mit Traumblick

Der Rundweg zum Rachel führt weiter über den „Beschwerlichen Weg“. So ist er zumindest gekennzeichnet, ich würde ihn eher als unwegsam aufgrund der Wurzeln und Steine bezeichnen. Die Empfehlung für gutes Schuhwerk macht durchaus Sinn, aber der Anstieg zieht sich nicht extrem in die Länge. Wähle unbedingt den ausgeschilderten Weg über die Rachelkapelle zum Gipfel. Erhaben liegt die kleine Kapelle auf einer Anhöhe über dem Rachelsee.

Es ist ein selten pittoreskes Fotomotiv und das Fenster im Inneren der Kapelle bietet einen einmaligen Ausblick auf den Bayerischen Wald und den sagenumwobenen Rachelsee.

4. Nationalpark Bayerischer Wald: Das Werk des Borkenkäfers

Beim letzten Stück zum Rachel tauchst du in einen völlig neuen Kosmos ein. Ähnlich wie beim Rachelsee erzeugt die Umgebung bei mir ein bisschen Ehrfurcht. Die Szene ist unwirklich – um dich herum befinden sich unzählige, grau-silberne Baumstümpfe, die mahnvoll bis zur Wolkendecke ragen. Das Totholz ist das Ergebnis des Borkenkäferbefalls. Es ist skurill, weil es so schön und abschreckend zugleich ist! Spätestens jetzt wirst du begreifen, zu welchen Taten die Natur fähig ist. Dazwischen beginnt bereits wieder neues Leben, die Jungfichten wirken trotz grünem Nadelkleid neben den abgestorbenen Baumstümpfen eher unscheinbar.

5. Rachel Gipfel: Der Höhepunkt mit fantastischem Ausblick

Die finalen Meter zum Ziel steigen steil an, dafür ergeben sich wunderbare Ausblicke, wenn du ab und zu beim Durchatmen zurückschaust.

Auf dem felsigen Gipfel des Rachels ragt das Holzkreuz empor und es erwartet dich ein weiterer Panoramablick zum Osser, Arber und Dreisessel sowie dem angrenzenden Böhmerwald. Bei Abendsonne punktet die Aussicht zudem mit einem wahrlich prächtigen Farbspiel.

Beim Rückweg des Rundwegs kommst du bei der höchstgelegenen Berghütte im Bayerischen Wald, dem Waldschmidthaus (offiziell Racheldiensthütte) vorbei. Momentan wird sie saniert und ist geschlossen.

Zur Wandersaison kannst du in der Regel von Mai bis November täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr einkehren. Gegenüber befindet sich der Punkt an dem die drei Gemeinden Spiegelau, Frauenau und St. Oswald-Riedlhütte aufeinandertreffen.
Der weitere Abstieg führt erst seicht serpentinenartig hinab, bis er gefühlt fast senkrecht nach unten verläuft. Ich renne meist das letzte Stück, bergab Gehen kann eine richtige Tortur für die Füße sein. Das letzte Stück führt dich wieder durch wunderschöne grüne Buchenwälder bis zum Endpunkt Parkplatz Gfäll.

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Der Lusen ist besonders zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wunderschön.

Hier geht es entlang zum Artikel:
Etwas anspruchsvoller ist die Tour zum Großen Falkenstein:

Rundweg Rachel

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Anfahrt: ab Passau B85 bis Grafenau, anschließend B533 bis Spiegelau

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Im Zielgebiet erreichst du den Startpunkt mit den Igelbussen. Diese sind mit der GUTi-Gästekarte kostenlos.

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Parkplatz: Gfäll

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Länge: ca. 11 Kilometer

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Dauer: ca. 3,5 Stunden

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Anspruch: mittel

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Höhenmeter: ca. 530 hm

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Einkehrmöglichkeit: Waldschmidthaus bis voraussichtlich 2021 wegen Sanierung geschlossen - geöffnet zur Wandersaison

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