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Rundweg Hammerklause Bayerischer Wald: Idylle im Finsterauer Filz

Waldstille. Ab und zu unterbrochen vom Rauschen des Bachs. Er bildet die Grenze von Deutschland zu Tschechien. Grüne…
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Rundweg Hammerklause Bayerischer Wald: Idylle im Finsterauer Filz

Waldstille. Ab und zu unterbrochen vom Rauschen des Bachs. Er bildet die Grenze von Deutschland zu Tschechien. Grüne…

Highlights Hammerklause

Finsterauer Filz

Hochmoorkomplex mit seltener Pflanzenwelt

Teufelsbachklause

Idyllische Lage mitten im Wald

Teufelsbach

Grenzfluss Deutschland / Tschechien, du wanderst auf deutschem Boden und blickst gleichzeitig nach Tschechien

Hammerklause

mach eine Pause an einer der schönsten Klausen im Bayerischen Wald

Waldstille. Ab und zu wird sie vom Rauschen des Bachs unterbrochen. Er bildet die Grenze von Deutschland zu Tschechien. Grüne Welt. Meine grüne Welt. Meine Heimat. Wir sind auf dem Rundweg Hammerklause Bayerischer Wald unterwegs. Wie so oft, fast allein. Die meisten Einheimischen nutzen die Strecke mit dem Bike. Oder Wandern heute am Pfingstmontag in die Berge auf den Lusen oder Arber. Auch schön, aber ich bin an jenem Tag lieber gemütlich im Nationalpark auf Tour.

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Die Rundwanderung über das Finsterauer Filz und der Teufelsbachklause ist wirklich hübsch. Das geizige Frühlingswetter, tut dem Erlebnis keinen Abbruch. Die ersten Meter laufen wir auf einem Trampelpfad neben dem Wald – und der Straße. Sogar in Google ist er eingezeichnet, obwohl es kein offizieller Weg ist. Aber intuitiv möchte keiner auf einer Verkehrsstraße wandern, obwohl tatsächlich nur alle heiligen Zeiten ein Auto vorbeifährt.

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Im Nationalpark wird es auf einen Schlag hell. Die Sonne kämpft sich durch die Wolkendecke und schafft eine einladende Atmosphäre am frühen Morgen. Im Finsterauer Filz überwältigt uns die Magie der Natur. 400 Meter Länge und 200 Meter Breite misst der empfindliche Hochmoorkomplex. Ansässigen Pflanzen wie Torfmoosen steht in diesem Gebiet nur das Regenwasser zur Verfügung. Die Menschen beschweren sich häufig über schlechtes Wetter und vergessen die Bedeutung des Regens für die Natur.

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In der Vergangenheit wurden die Moorflächen häufig entwässert, um sie für die Zivilisation nutzbar zu machen. Hochmoore werden wieder geschützt, denn sie sind von besonderem Nutzen für das Ökosystem. Sie bieten Lebensraum für einzigartige Pflanzen und tragen zum Klimaschutz in Form von Kohlenstoffspeicher bei.

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Rundweg Hammerklause Bayerischer Wald: Ich lass das jetzt einfach mal alles hinter mir

Die Reinheit der Natur an diesem Ort ist unbeschreiblich. Fast wie ein kleines Wunder wirkt das Filz. Ein Wald der aus den Nassflächen gedeiht. Auf dem ebenmäßigen Wasser spiegelt sich das Sonnenlicht. Die weißen, filigranen Baumstämme der Birken fallen kaum auf. Nur die Gräser, welche die Moore zieren, erstrahlen in dominantem Grün.

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Durch die Beschilderung werden wir auf die Buchwaldloipe geführt. In den Sommermonaten verwandelt sie sich in einen breiten Wiesenweg. Er leitet uns bereits zum Speisekanal des Teufelsbachs. Am Rand des schmalen Bachlaufs wachsen gelbe Sumpfdotterblumen. Die restliche Landschaft erscheint in unterschiedlichsten Grünnuancen. Es ist eine reine Genießertour, Höhenmeter legen wir kaum zurück.

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Zwischen wunderschönen Waldhängen eingebettet, liegt die Teufelsbachklause. In früheren Zeiten wurden die Klausen zur Holztrift errichtet. Bis nach Passau und Wien mussten die Baumstämme transportiert werden. Die Bergbäche führen häufig zu wenig Wasser, deswegen wurden die Staubecken erbaut. Bei der Teufelsbachklause dauerte es 4 bis 24 Stunden, bis sie mit Wasser gefüllt war.

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Klausen werden im Bayerischen Wald als Kulturdenkmal geschützt und gepflegt. Die Ruhe und die dunkle Farbe des Wassers schaffen eine leicht geheimnisvolle Aura um den historischen Ort mitten im Wald. Das kleine Holzhäuschen am Rand verwandelt den kleinen Stausee zu einem Postkartenmotiv. Ich bekomme ein Gefühl von „ich lass das jetzt einfach mal alles hinter mir” und verabschiede mich von den Gedanken des Alltags.

Nationalpark Bayerischer Wald: Wandern an der Grenze zu Tschechien

Links bergab führt der Rundweg ein kurzes Stück durch den Wald und mündet auf einer breiten geschotterten Piste. Neben uns fließt der Teufelsbach und bildet die Grenze zum Nachbarland Tschechien. Irgendwie ist es immer eigenartig zu wissen, dass die Grenze lediglich durch die Natur überwacht wird.

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Gemütlich laufen wir den Rundweg weiter zur Hammerklause. Manchmal wirkt die Szenerie um uns herum, wie zerfetzt. Typisch für den Nationalpark Bayerischer Wald. Die Natur wird sich selbst überlassen und schafft ein unverwechselbares Gesicht aus hohen Fichten, kahlen Holzstämmen und entwurzelten Bäumen.

Rundweg Hammerklause Bayerischer Wald: Geschichtsträchtige Dörfer im Grenzgebiet

Die Hammerklause ist wesentlich größer, als die Teufelsbachklause. Sie mutet eher wie ein Weiher an. Manchmal sehen Gebäude im Wald wie Fremdkörper aus. Bei der Holzhütte mit den urigen Bänken direkt neben der Klause ist das anders. Es scheint so, als würden die Klause, der Wald und die Hütte schon immer zusammengehören. Irgendwie romantisch!

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Die Wasseroberfläche der Hammerklause ist eigentlich glatt und still. Heute ziehen Enten samt Küken ihre Bahnen auf dem Teich und hinterlassen wellenartige Spuren. Ich bin nicht sicher, ob sie amused sind, dass ich sie filme und fotografiere. Model-Qualitäten wären jedenfalls vorhanden.

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Wir setzen uns auf die Holzbänke und verspeisen die mitgebrachte Brotzeit im Antlitz der einzigartigen Umgebung. Für den Rückweg stapfen wir anschließend einige Meter bergauf Richtung Finsterau.

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Schautafeln informieren über vergangene Zeiten. „Reuten“ entstand aus Platzmangel im Dorf. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden rund 40 Einzelanwesen verstreut um das Dorf geschaffen. Der landwirtschaftliche Raum in der Nähe der Bauernhöfe war zu wichtig, deswegen konnte er nicht bebaut werden. Besonders Bewohner aus dem Böhmerwald siedelten sich nach dem 2. Weltkrieg außerhalb von Finsterau an. In der Regel wurde zur Bebauung Wald gerodet. Daraus leitet sich der Begriff „Reuten“ ab.

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Die finale Etappe leitet uns über das Ski- und Langlaufzentrum Finsterau-Mauth. Im Sommer wird die Asphalt-Strecke für Skiroller und Skater genutzt.Nach mehr als drei Stunden mit Fotostopps sind wir zurück am Parkplatz in Wistlberg. Und wir verlassen das stille Urlaubsparadies ohne Massenansturm wieder. Zum Glück ist es jederzeit in greifbarer Nähe.

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Du möchtest lieber einen Berg in Finsterau erkunden? In meinem Artikel Winterliche Wanderung über die mystische Reschbachklause zum Siebensteinkopf findest du auch Inspiration für die warme Jahreszeit.

Infos zum Rundweg Hammerklause Bayerischer Wald:

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Startpunkt: Wanderparkplatz Wistlberg-Finsterau

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Markierung: Wachtlkönig

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Anspruch: leicht

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Höhenmeter: 190 Meter

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Länge: ca. 9,5 Kilometer

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Dauer: ca. 2,5 Stunden

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