Italiens Insel-Perle:
10 Reisetipps für Sardinien in der Nebensaison

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Wer einmal auf Sardinien war, kommt immer wieder zurück. Ich war schockverliebt, als ich das erste Mal im La Maddalena Archipel über das schillernd-türkise Meer schipperte. Nirgendwo sonst in Europa, reihen sich so viele karibisch anmutende Strände aneinander. Die Paradies-Buchten stellen wahrhaftig manches vielgerühmte Reiseziel der Tropen völlig in den Schatten. Die charakteristischen Granitfelsen erinnern sofort an die Seychellen. Im Sommer pulsiert die Insel-Perle, ein Hotspot für Celebraties, Camper und Individualreisende. Mein Tipp: Besuche die Naturschönheit unbedingt in der Nebensaison, denn dann wird Sardinien zur Chill-out-Zone.

Die Bilder stammen übrigens noch von meiner ersten Sardinien-Reise aus 2013. Die fotografische Qualität und das „Können“ ist dementsprechend geringer, als heute. Mir war bei diesem Beitrag wichtig, dass sie aus einem Guss stammen. Später bereiste ich nur jeweils eine Region und legte mehr Wert auf Erholung, statt Strände-Hopping.

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Sardinien lässt sich am besten bei einem Roadtrip entdecken. Wenn du lieber an einem Ort bleiben möchtest, ist trotzdem ein Mietwagen Pflicht, um ab und zu unabhängig Strände oder Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Eine komplette Insel-Erkundung schaffst du nur bei einer Reise über Wochen oder Monate. Sardinien ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Im Artikel findest du meine Reisetipps für den Norden, Nordwesten und Nordosten. Mir persönlich gefällt die Region rund um Alghero, Costa Smeralda und San Teodoro besser, als der Süden mit der Hauptstadt Cagliari.

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Sardinien Reisetipps: Anreise, Übernachtung & beste Reisezeit

Die Anreise kann entweder per Fähre mit dem eigenen PKW / Wohnmobil oder mit Flugzeug erfolgen. Von Deutschland werden Olbia, Alghero und Cagliari von mehreren Flughäfen nonstop angesteuert.

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Auf Sardinien sind Hotels in der Regel teurer, als an anderen italienischen Urlaubsorten. In Palau  fand ich das Hotel „La Vecchia Fonte“ sehr ansprechend, ansonsten war ich meist in Bed and Breakfasts eingebucht. Gästehäuser und kleine Ferienwohnung sind deutlich günstiger. Egal ob Hotel oder Ferienunterkunft, die Architektur und Einrichtung erscheint fast immer in traditionell-mediterranem Design und passt perfekt zum ursprünglichen Gesicht der Insel.  Bettenburgen oder einen zweiten „Ballermann“ sucht man auf Sardinien zum Glück vergeblich.

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In der Hochsaison Juli und August kann es aber nicht nur brüllend heiß, sondern auch brüllend voll werden. Um die Top-Highlights genießen zu können, empfiehlt sich ein Besuch in der Nebensaison während der Monate  April, Mai, Ende September und Oktober. Ich war auch bereits im November auf Sardinien. Durch die Ruhe, ein unvergesslicher  Charme, auch wenn die meisten Restaurants geschlossen sind. Einziger Wehmutstropfen, im Frühjahr und Herbst kann es zu Mistral-Winden kommen. Die sturmartigen Böen, sorgen nicht nur für Kälte, sondern meist musst du auch auf Bootsausflüge verzichten.

1. Costa Smeralda: Jetset in Porto Cervo & schönste Strände

Der Norden gilt als Zentrum der High-Society und diente in der Vergangenheit als Filmkulisse für einen James Bond Streifen.
Porto Cervo zählt mit nur knapp 500 Einwohnern, als der Hauptort für den Tourimus an der Costa Smeralda.Im Hafen prägen teure Boote und Jachten die Kulisse. Neben Luxushotels wie Cala di Volpe findest du hier vor allem zahlreiche Restaurants, Bars und Shoppingmöglichkeiten.

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Die Umgebung punktet aber vor allem mit einigen der schönsten Strände Sardiniens, wie Spiaggia del Principe. Du badest hier in einer traumhaften, aber etwas abgelegeneren Bucht. Mein Favorit ist Spiaggia Cappriccioli, welcher zur Nebensaison wie leergefegt wirkt.  Der hübsche Strand  wird malerisch zwischen zwei Granitfelsen eingebettet und überzeugt mit samtweichem Sand und herrlich türkisem Meer.

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2. Reisetipps Sardinien: Capo Testa

Die typischen, imposanten Granitfelsen lassen sich am besten bei Capo Testa bestaunen. Das Gebiet liegt nicht weit vom Ort Santa Teresa Gallura entfernt und bietet ideale Bedingungen für einen Spaziergang in der Natur und zu einem Leuchtturm. Besonders reizvoll zeigt sich die Gegend im Frühjahr, wenn der schmale Wanderpfad von bunten Blumen gesäumt wird. An der Küste findest du kleine Badebuchten mit dem typisch smaragdfarbenen Wasser. Manchmal musst du ein bisschen klettern, denk auf jeden Fall an festes Schuhwerk. Teilweise sind die Felsen derartig verformt, dass sie an Tiergestalten erinnern und deswegen auch Tiernamen tragen. 

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3. Reisetipps Sardinien: Bootstour ins La Maddalena Archipel

Du möchtest einmal ins Paradies? Dann verpasse auf keinen Fall eine Bootstour ins La Maddalena Archipel. Der Meeresnationalpark zählt zu den schönsten Erlebnissen auf Sardinien. Im Sommer wird die Inselgruppe, welche aus 60 größeren und kleineren Inseln besteht, leider sehr voll. Ich kann mich nur wiederholen. Besuche Sardinien, wenn möglich außerhalb der beliebten Sommermonate.

Ab Palau starten diverse Bootsanbieter, empfehlen kann ich dir Dea Del Mare. Wenn es das Wetter zulässt, fahren sie auch noch Ende Oktober / Anfang November. Die Fahrt inkludiert Getränke und ein leckeres Mittagessen.

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Die Schönheit des Archipels ist kaum mit Worten zu beschreiben und spätestens dort wirst du begreifen, weshalb Sardinien den Ruf hat, die Karibik Europas zu sein. Während der Bootsfahrt werden Stopps an einsamen Stränden zum Baden und Schnorcheln eingelegt. Unterwegs entdeckst du auch den „Pink Beach“ (Spiaggia Rosa), dessen Sand leicht rosa schimmert.

Das Wasser im gesamten Archipel schillert in atemberaubenden Türkis-Nuancen und ist so klar, dass du bis zum Meeresgrund blickst. 

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4. San Teodoros Traumstrände: Cala Brandinchini, La Cinta & Lu Impostu

Die Traumstrände von San Teodoro und Budoni befinden sich in etwa eine halbe Stunde Fahrt von Olbia entfernt. Cala Brandinchi mutet mit seiner Weitläufigkeit und dem hellen, türkisen Wasser fast tropisch an. Auch La Cinta solltest du auf dem Schirm haben, wenn du einen perfekten Strandtag erleben möchtest. Der ca. 5 km lange bogenförmige Sandstrand wird von weißen Dünen und duftenden Wacholderbäumen gesäumt. Hinter dem Kap von Punta Alida bei la Cinta findest du einen dritten Paradiesstrand. Lu Impostu zählt für mich zu den sehenswertesten Buchten der Insel. Heller Puderzuckersand und wilde Natur mit Lilien und Disteln erwarten dich bei der Ankunft. Das Meer leuchtet in unterschiedlichsten Türkis-Nuancen und lädt zum Baden ein.

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5. Reiskornstrand is Arutas

Bei Oristano an der Sinis-Küste findest du einen ganz besonderen Strand. Die Sandkörner von Is Arutas ähneln Reiskörnern. Eigentlich handelt sich dabei um glattgeschliffene Quarzkörner, mit verschiedenen Farbschattierungen. Die Gegend rund um Is Arutas ist weitaus weniger überlaufen, als andere bekannte Strände und das Meer schillert hier genauso Türkis wie auf der restlichen Insel. Bei der Anfahrt passierst du im Frühjahr das weitläufige Land mit bunten Blumenfeldern, die immer wieder den Blick zur Küste freigeben.

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6. La Pelosa

Zu den schönsten Stränden Sardiniens zählt die atemberaubende Bucht Spiaggia de la Pelosa im Norwesten der Insel. Der populäre Strand liegt bei der kleinen Hafenstadt Stintino und bildet das perfekte Postkartenmotiv. Fast schneeweiß erstrahlt der feine Sand, gepaart mit einer helltürkisenen, seichten Meeresbucht. Vor Pelosa liegt eine kleine Insel mit aragonischem Turm, welcher der Kulisse das i-Tüpfelchen verleiht. Leider wird der Strand mittlerweile so extrem von Touristen überlaufen, dass der Zutritt reguliert werden musste, um die empfindliche Natur zu schützen.  Selbst im Winter kann sich die Bucht durch den fortschreitenden Klimawandel nicht mehr erholen.
Ein paar Meter weiter findest du Spiaggia della Pelosetta. Der Strandabschnitt ist zwar felsiger, dafür weitaus weniger Massenansturm.

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7. Alghero: Eine Prise Spanien in Italien

Alghero besticht mit einer besonderen Architektur, welche noch aus der spanischen Enklave stammt. In der lebendigen Küstenstadt fühlt man sich deswegen manchmal eher wie in „Klein-Barcelona“ und weniger Italien. Auch über dem Rathaus flattert neben der sardischen, italienischen und europäischen Flagge, die katalanische.
Alghero bietet wunderschöne Sonnenuntergänge. Tagsüber lässt es sich in den vielen kleinen Cafés oder bei einem Stadtbummel in den kleinen Geschäften verweilen. Weit über die Grenzen hinaus, ist Alghero außerdem  für die Verarbeitung von Korallenschmuck bekannt.

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8. Sardinien Reisetipps: Buntes Bosa

Bosa ist ein pittoresker kleiner Ort, der in etwa eine Stunde Autofahrt von Alghero entfernt liegt. Die bunten Häuser zaubern ein spezielles Ambiente, bei dem ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen besonders viel Spaß macht. Cafés und Bars laden bei einem Cappuccino zum längeren Bleiben ein.

Auch an der palmengesäumten Promenade entlang des Fluss Temo lässt es sich herrlich entspannen.  Über dem kleinen Ort thront die Burg Castello Malaspino aus dem 12. Jahrhundert. Der steile Fußmarsch lohnt sich, denn du wirst mit einem herrlichen Weitblick über die Altstadt belohnt.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche Cattedrale dell’Immacolata, das Museo delle Conce, das Gerberei-Museum oder das  Museo Deriu, ein altes Bürgerhaus.

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9. Felsen und Grotten: Cappo Caccia

Ebenfalls nicht weit von Alghero entfernt findest du Capo Caccia, eine beeindruckende Landzunge mit spektakulären Felsklippen. Unterhalb der Felsgiganten befinden sich 15 Grotten. Die Tropfsteinhöhle Grotte di Nettuno zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Sardinien. Mit etwas Glück lassen sich in der Nähe manchmal sogar Delphine beobachten.

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10. Reisetipps Sardinien: Castelsardo

Die 5000 Einwohner Gemeinde Castelsardo, wurde zu einem der schönsten Orte Italiens gekürt. Entstanden ist das Dorf im 12. Jahrhundert am Fuße der Burg Doria. Der malerische Ort mit den farbenfrohen Fassaden befindet sich auf einer Landzunge im Golf von Asinara und ist ca. 70 km vom Flughafen in Alghero entfernt. Zu Entdecken gibt es neben der geschichtsträchtigen Burg, viele kleine Restaurants mit landestypischer Küche, Museen und  den sogenannten „Elefantenfelsen“ (Roccia dell´ Elefante). Der schroffe 5 Meter hohe Felsen wurde von Wind verformt und erinnert an einen Elefantenkopf. Leider liegt er direkt an einer Straße, das Foto mit Leitplanke erspare ich dir;)

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