Höllbachgspreng Falkenstein Runde:
Wandern im Nationalpark Bayerischer Wald

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Der imposante Berg-Gipfel befindet sich im Nationalpark Bayerischer Wald, ca. 5 km von Bayerisch Eisenstein entfernt. Die Höllbachspreng Falkenstein Runde startet ab Lindberg bei Zwiesel. Ich empfehle dir diese Tour, weil sie dich durch einzigartiges Gebiet leitet und als Halbtagestour auch für weniger Trainierte zu schaffen ist. Auf den Großen Falkenstein führen weitere zahlreiche, traumhafte Wanderwege. Wenn du eine Tagestour suchst, vom Fernwanderweg Goldsteig führt die Route N16 vom Großen Falkenstein über die Schachten und Filze, bis zum Großen Rachel. Am Fuß des Bergs, lädt das Nationalparkzentrum Falkenstein in Ludwigsthal zu einem Besuch im Haus der Wildnis ein. Tiere in freier Natur lassen sich im Tierfreigehege beobachten.

Infos Großer Falkenstein

Der Große Falkenstein mit seinem 1315 Meter hohen Gipfel im Bayerischen Wald, bietet landschaftlich ein Potpourri aus Urwald, Wasserfällen und phänomenaler Fernsicht!  Für meine Lieblingsrunde entlang der Höllbachgspreng solltest du dir ungefähr einen halben Tag Zeit nehmen. Sie führt dich knapp 12 Kilometer durch die eindrucksvolle Natur in der Nähe von Lindberg bei Zwiesel. 650 Höhenmeter nimmst du dabei mit, genügend also um den Kopf vom stressigen Alltag frei zu bekommen. Meine letzte Höllbachgspreng Falkenstein Runde war im Mai. Mit dem Wetter hatte ich riesiges Glück – strahlender Sonnenschein von morgens bis abends bei angenehmen 20 Grad.

Beim Parkplatz Weiße Brücke bei Spiegelhütte/Lindberg beginnt mein Abenteuer, die Markierung der ersten Etappe ist mit einem Silberblatt gekennzeichnet. Bereits nach wenigen Schritten auf dem Forstweg kreuzt der Höllbach den Weg. Und er ist auffallend „höllisch schön“. Das Wasser des Bachs fließt über die glatt geschliffenen Steine, umringt von Gräsern, Buchen und Fichten. Die Runde führt die ersten Wandermeter gemütlich weiter über den Forstweg und verläuft durch den schattenspendenden, dichten Wald. Nur ab und zu durchdringen die Sonnenstrahlen das natürliche Dach aus Buchenblättern und lassen dem knallblauen Himmel den Vorrang.

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Entlang des Wassers: Höllbach bis  Höllbachschwelle

Tief unten am Hang fließt der Höllbach weiter, bis der Forstweg in den schmäler werdenden Waldweg endet. Wurzeln und Steine säumen die weitere Etappe und die Wanderung wird nun stetig steiler, der Bach dafür immer schöner.

Üppige Kaskaden und Wasserfälle bilden sich über den Gesteinsformationen nach dem Regen der letzten Tage. Für Fotos muss ich den mit vertrockneten Blättern übersäten Abhang auf dem Po mit Stativ in der Hand hinunter rutschen. Dadurch  verliere ich jede Menge Zeit, nach ungefähr zwei Stunden erreiche ich die Höllbachschwelle. Normalerweise bist du innerhalb einer guten Stunde bei dem ehemaligen Triftteich. Es ist der Ort für eine erste Pause, Holzbänke und Tische laden neben den urigen Holzhütten zum Verweilen ein.

Im Blick die Höllbachschwelle – die mich eher an einen kleinen See erinnert – umringt von hohen Bäumen des Waldes. Sehr verträumt wirkt die friedliche Umgebung auf mich. Aber ich bin noch nicht am Ziel, es geht weiter zur Höllbachgspreng und der Falkenstein ist noch nicht ansatzweise zu erahnen.

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Falkenstein Höllbachgspreng Runde: Wasserfall und Urwald

Ungefähr eine weitere Stunde dauert die nächste Teilstrecke. Sie verläuft durch unwegsames Gelände über viele Wurzeln und matschigem Waldboden. Zur rechten immer noch der Höllbach mit seinen kleinen Wasserfällen.

Bei der Höllbachgspreng führt der Weg über große Gesteinsbrocken, und der Wasserfall ergießt sich in zwei großen Teilen über die massiven Felsblöcke. Davor posieren einige Wanderer für ein Selfie und ich muss mich für mein Foto in der Reihe hinten anstellen. Sozusagen der Verkehrsknotenpunkt bei der Wanderung, ansonsten begegne ich nur selten anderen Personen während des Aufstiegs.

Der Name Gspreng (in Spiegelhütte habe ich auch die Bezeichnung auf Hochdeutsch gelesen: Höllbachgespreng!) ist die Bezeichnung für das verwurzelte und mit Steinen und Unterholz überwucherte Gebiet. Oder vereinfacht ausgedrückt – Urwald in reinster Form.

Ich muss aufpassen, dass ich die Markierungen nicht übersehe und überquere mehrmals rutschige Steine im Bachbett, bis der Weg nochmal eine ordentliche Schippe an Steigung drauf legt.

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Nationalpark Bayerischer Wald: Beste Aussichten am Falkenstein

Je näher ich mich Richtung Gipfel bewege, desto lichter wird der Wald. Das Werk des Borkenkäfers ist nicht zu übersehen und ich stehe mal wieder mittendrin – staunend  – im Chaos der Natur. Umgestürzte Bäume, wild wuchernde Sträucher und Gräser, dazwischen Baumstümpfe. Ich kann diese Momentaufnahme leider nicht mit der Kamera einfangen, auf dem Bildschirm sehen die Fotos wie Suchbilder aus – nur dass ich nichts versteckt habe. In der Realität ist das Szenario der Natur ziemlich beeindruckend und ich kenne es so extrem tatsächlich nur im Bayerischen Wald.

Kurz vor dem Gipfel ahnt man nicht, welche gigantische Fernsicht der Falkenstein gleich liefern wird. Abgelenkt werde ich zuerst durch das neue Schutzhaus, welches ich heute zum ersten Mal sehe. Schlicht und trotzdem ein Design wie aus dem „Schöner Wohnen -Magazin“. In Österreich bin ich es mittlerweile gewohnt, dass nahezu jeder Holz-Bau einem architektonischen Meisterwerk gleicht. Hier ist es ein seltenes Fundstück. Bewirtschaftet wird es heute leider nicht, es das letzte Wochenende der Beschränkungen für Gaststätten während der Corona-Zeit.

Das metallene Gipfelkreuz auf der Steinformation ist dezent, ein paar Schritte weiter auf dem Plateau, breitet sich einer der herrlichsten Ausblicke über den Bayerischen Wald aus. Bis zum Arber reicht der Blick und bei Föhn sogar bis zu den Alpen. Bei einem Päuschen genieße ich den Weitblick bevor ich mich auf den Rückweg begebe.

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Der steile Abstieg ist mit der Markierung Esche gekennzeichnet und führt zuerst durch Fichtenwald, bevor er in einen  Buchwald abzweigt. Die Bäume tragen an diesem Abschnitt weitaus weniger Blätter als beim Aufstieg. Bei der Klotzstraße verlasse ich den Wanderweg mit der Kennzeichnung Esche und biege in die Forststraße ein. Insgesamt eineinhalb Stunden dauert die gesamte Rückkehr bis zum Parkplatz Weiße Brücke

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Höllbachgspreng Falkenstein Runde

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Anfahrt: von Passau über B85 bis Rinchnach und B11 Richtung Regen bis Lindberg/Spiegelhütte

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Parkplatz: Wanderparkplatz Weiße Brücke

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Anspruch: mittel, teils unwegsames Gelände

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Einkehrmöglichkeit: Schutzhaus Falkenstein

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Dauer: ca. 2,5 Stunden Aufstieg, 1,5 Stunde Abstieg

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Wichtig: Du wanderst im Nationalpark Bayerischer Wald, bitte verlasse nicht die markierten Wege

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