Schneeschuhwandern Arber: Winterzauber im Bayerischen Wald

Hautnah in den Winterzauber eintauchen – möglich ist das bei einer Schneeschuhwanderung zum Beispiel am Arber. Während du…

Hautnah in den Winterzauber eintauchen – möglich ist das bei einer Schneeschuhwanderung zum Beispiel am Arber. Während du bei normalen Winterwanderungen auf gewalzten Wegen läufst oder beim Skifahren die Piste nutzt, bist du beim Schneeschuhwandern wirklich mittendrin! Du gleitest durch den unberührten Tiefschnee über weiße Wälder und Wiesen, das wäre mit normalen Schuhen unmöglich! Und das beste: Schneeschuhwandern ist auch als Anfänger kein Problem!

Bei traumhaftem Kaiserwetter waren wir bei unserer letzten Schneeschuhwanderung am Großer Arber unterwegs. Der strahlende Sonnenschein verwandelte den eineinhalb Meter hohen Neuschnee in ein glitzerndes Diamanten-Meer.

Schneeschuhwandern am Arber mit Guide oder allein?

Wir entschlossen uns für eine geführte Tour, ich würde dir das auch unbedingt empfehlen, wenn du dich in dem Gebiet nicht wie in deiner Hosentasche auskennst. Ich bin zwar im Bayerischen Wald aufgewachsen, allerdings habe ich genau deswegen sehr viel Respekt vor der Natur. Gerade in den Bergen zieht oft innerhalb weniger Minuten dicker Nebel hoch, sodass du sehr schnell die Orientierung verlieren kannst.

Falls du dich für eine Schneeschuhwanderung am Arber entscheidest, kann ich dir die Sport Alm in Bodenmais wärmstens ans Herz legen. An verschiedenen Tagen werden für jedes Fitnesslevel und Vorlieben unterschiedlichste Touren angeboten.

Wir buchten telefonisch einen Tag im voraus eine Kombitour Schneeschuhwandern & Rodeln. Die Ausrüstung ist ebenfalls im Paket inklusive.

Schneeschuhwandern Arber / der Berg ruft

Treffpunkt 10.30 Uhr bei der Sport Alm, dort werden wir als erstes herzlich mit einem Glas Sekt empfangen und dürfen unsere Schneeschuhe und Trekking-Stöcke aussuchen. Die Schneeschuhe sehen ja immer ein bisschen wie Yeti-Füße und sehr klobig aus, das Laufen ist aber total easy. Mit unserem Guide Tom marschieren wir anschließend zur Bushaltestelle. Bereits auf dem Weg erklärt er, uns von wo wir wieder zurück rodeln werden, welche Berge wo genau liegen und Geschichten aus Bodenmais.

Ungefähr  eine halbe Stunde dauert die Fahrt in dem vollgestopften Bus bis zur Arber-Bergbahn. Nachdem Tom die Tickets besorgt hat, fahren wir mit der Gondel hoch zum Großen Arber. Während an der Talstation die Natur dicken, grauen Nebel gehüllt ist, steigen wir wenige Minuten später am Gipfel bei blauem Himmel und Strahlesonne aus.

Wir legen unsere Schneeschuhe an und los geht’s. Beim Schneeschuhwandern läufst du eigentlich ganz normal, du musst dafür also nicht besonders sportlich sein. Bergab verlagerst du dein Gewicht bei angewinkeltem Knie etwas nach vorne, dann gleitest du fast wie auf Skiern durch den Schnee. Ohne Schneeschuhe wären wir ungefähr knietief eingesunken.

Atemberaubende Landschaft und Arbermandl 

Schnell kommen wir nicht voran, denn der Ausblick ist einfach gigantisch. Immer wieder bleiben wir stehen, um einfach nur die Winterlandschaft zu bestaunen. Besonders schön sehen die Bäume in ihrem dicken, funkelnden Schneekleid aus. “Arbermandl” werden sie genannt, die Bezeichnung wird eigentlich als Erklärung für Kinder verwendet, die nicht immer sofort verstehen, dass es sich um einen verschneiten Baum handelt. Durch die Schneemengen auf den Ästen und die Wind-Verwehungen sehen sie je nach Fantasie schlichtweg wie “Mandl” (Figuren, Gestalten) aus. Naja, und da sie einfach so am Arber rum stehen, sind es eben die “Arbermandl”.

Gipfelglück am Großen Arber

Wir erreichen unsere erste Etappe nach einem kurzen steilen Anstieg. An diesem Traumtag sind wir natürlich nicht alleine auf dem beliebten Berg, dafür kommen wir sofort mit anderen Wanderern ins Gespräch. Tom gibt eine Runde Brombeerlikör aus und wir tauschen mit zwei jungen Männern den Likör gegen Brezeln.

Nach dem Päuschen geht’s bergab weiter durch herrlich, fluffigen Pulverschnee über die bewaldete Bergregion Richtung Kleiner Arber. An einer Lichtung steht eine Berghütte wie aus dem Bilderbuch, die dicke Schneedecke erinnert mich an Zuckerwatte. Die  Hütte ist nicht bewirtschaftet, man kann sie aber zum Einkehren mieten. 

Nach etwa 30 Minuten verlässt uns die Sonne, wir stehen im Nebel. Eine völlig andere Welt, um uns herum kleine Tannenbäume, sie sind noch jung. Nachdem Orkan Kyrill im Januar 2007 über den Bayerischen Wald gezogen ist, hat er eine riesige Schneise mit seiner Windkraft in den Wald gefräst. Danach sah es hier aus wie Deadland. Ein bisschen verloren wirken die neuen Bäumchen im hellen Nebel. Wir ziehen weiter bergauf neben der Langlaufloipe Bretterschachten, in der Ferne sehen wir die Oberpfalz, die hier an Niederbayern grenzt. Und die Sonne kommt zurück.

Chamer Hütte und Rodelspaß bergab

Die Chamer Hütte erreichen wir gegen 14:30 Uhr, wir verzichten auf eine Einkehr. Sie ist heute zu voll und heiß, also wird draußen die Brotzeit ausgepackt. Die Schneeschuhe und Trekkingstöcke tauschen wir nun gegen Rodelschlitten. Normalerweise ist die Abfahrt 8 km lang, wie so oft ist es auch diesen Winter einfach zu warm, sodass sich unser Rodelspaß auf 6 km verkürzt. Mittlerweile ist wenig Schnee Normalität.

Die Sache mit dem Rodeln fand ich als Kind übrigens viel einfacher. Ich bin ständig rechts abgedriftet und war letztlich nicht unglücklich, dass sich die Strecke wegen Schneemangel um ein ganzes Stück verkürzt hat.

Infos zur Kombi Tour Schneeschuhwandern und Rodeln

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Anreise von Passau: ca. 1h Fahrtdauer mit PKW / B85 Richtung Regen

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Sport Alm Bodenmais: Rechensöldenweg 14a, 94249 Bodenmais, website: https://www.sport-alm-bodenmais.de

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Kosten Kombi-Tour Schneeschuhwandern/Rodeln inklusive Ausleihe von Schneeschuhen, Trekkingstöcken und Rodel: Erwachsene = 34 Euro, Kinder 8 - 15 Jahre = 29Euro

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Dauer ca. 3 Stunden, abhängig von Stopps und Kondition (wir waren insgesamt 4,5 h unterwegs)

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